Das Konzept 

Wie unterbelichtet ist es, das Universum mit den Himmelskörpern
und sich gleichzeitig, innerhalb von einer halben Sekunde mit
einer Handykamera festhalten zu wollen? Wir leben in einer Welt, zu
oft geprägt von Egoismus, Selbstdarstellung und Menschlosigkeit
und man sieht nur mit dem Herzen. Das Wesentliche ist für die
Augen unsichtbar.“1 Angetrieben von den Wünschen nach Karriere
und abgewendet von dem Blick für die Naturschönheiten und der
Liebe zu der Einfachheit von Dingen. Der Mensch vergisst zu oft,
dass er eigentlich nur ein kleiner Teil von etwas so Unendlichem
und Großartigen – unserem Universum – ist. 


Die Selfie Kultur in den sozialen Medien zeigt auf, dass der Mensch 
wahrhaftigen Beziehungen und der Verantwortung allem gegenüber
wegen seiner Ich-Bezogenheit so oft ausweicht. Denn eigentlich kommt
es auf den Aufbau einer sozialen Korrelation an, welche jedem
Einzelnen Interesse, Aufmerksamkeit und Beziehungsarbeit
abverlangt, die tägliche tätige Verantwortung für den anderen,
die nur ohne Berechnung und Egoismus das gemeinsame Glück
unter unserem Himmelszelt bewirken kann. Denn wir stecken alle
unter einer Decke aus Sternen, welche durch Mitgefühl zusammengehalten wird.

Das Massenmedium Fotografie
Mit der Erfindung der Fotografie eröffnete sich für die Menschen
ein völlig neuer Zugang dazu, seine Umgebung für wenig
Geld bildlich festzuhalten. Seitdem ist die Kamera omnipräsent
geworden. Scheinbar jeder besitzt heutzutage ein Mobiltelefon,
welches es ihm ermöglicht, die Fotografie im öffentlichen und
privaten Leben zu benutzen.

Die analoge Kamera wurde durch die Digitalkamera ersetzt
und diese wiederum durch das Smartphone. Der Phonosapiens
wurde geboren. Natürlich bietet dieses Medium die Chance,
die Fotografie als perfektes Mittel der Dokumentation und der
künstlerischen Entfaltungsmöglichkeit für die breite Masse zu
verwenden, dennoch sind wir es gewohnt, die Fotografie als
einen alltäglichen Begleiter zu betrachten.
Die Menschen machen sich keine Gedanken zu der Thematik,
dass sie vor lauter fotografieren das Jetzt hinter der Kamera
völlig vergessen. Die Fotografie wird als Tagebuch verwendet.
Dargelegt für die breite Masse z.B. via Instagram. Hierbei entstand
das Phänomen der sog. Selfie Kultur.
Ich selbst als Künstlerin befinde mich mit meinen Fotografien
inmitten der Welt der sozialen Netzwerke. In einer Bilderflut aus
Selfies und Gruppenfotos. Es scheint, als könnte der Mensch
keinen Moment mehr völlig im Augenblick genießen, sondern
müsse alles hinter der Linse fixieren. Egozentrisch stellt sich
die makellose Selbstdarstellung in den Vordergrund. Mehr oder
weniger authentisch präsentieren wir unsere Selbstportraits
im Internet. Die Menschen machen sich kaum mehr Gedanken
darüber, wie kostbar die Fotografie als Kunstmedium eigentlich
ist, weil sie sich selbst darin in den Vordergrund stellen. Sich
beliebig oft darstellen, sich inszenieren oder aber wirklich authentische
Momentaufnahmen machen. Alles ist möglich und
wir können uns entweder von ihnen berieseln lassen, oder aber
versuchen, alle darin versteckten Details wahrzunehmen und sie
in einen künstlerischen Kontext zu setzen. Auch die präzisen
Einstellungsfertigkeiten, welche Anfangs für eine gute Fotografie
angewendet wurde ging mit dem Smartphone verloren.
Belichtungszeit, Blende und die Lichtempfindlichkeit hielten in
perfekter Kombination eine Momentaufnahme mit individuellem
eigenem Charakter fest und die emotionale Bindung zwischen
Fotograf und Medium ausgeprägter. Ähnlich eines Malers,
welcher mit viel Arbeit ein Motiv mit seiner Handschrift aus
Leinwand brachte. Mein Studium an der Kunstuniversität Linz
habe ich begonnen, weil ich mich zeitlebens für die Kunst- und
die Medienwelt interessiere, dabei blieb die Malerei immer
ein Teil von mir. Ich lernte die Malerei mithilfe der Fotografie
auszudrücken und durch das Grafik-Design in eine allgemein
gültige Sprache zu übersetzen.

Deshalb traute ich mir den Versuch zu der Malerei, die Fotografie
und das Grafikdesign in eine Arbeit zu stecken und dazu
noch mit der Kunst der Poesie zu verknüpfen. Ich beschäftigte
mich mit den Themen der Persönlichkeitsentwicklung und
der Selbstdarstellung weshalb ich mein Augenmerk stets
sehr kritisch auf das moderne Phänomen der Massenmedien
richtete. Die konkrete Idee für meine Arbeit entstand unter
dem Sternenhimmel und mit dieser Geschichte leite ich auch
meine Bachelorarbeit ein. 
Anschließend gehe ich über zu
grundlegendem Wissen über das Licht, den Kosmos und die
Fotografie, die Lichtmalerei und explizit zu Künstlern, welche
sich mit kosmischer Kunst auseinandergesetzt haben. Dabei
richtet sich mein Augenmerk neben der bildenden Kunst, der
Fotografie und des Grafikdesigns auch auf die Poesie und hierbei
explizit auf die Biografie des sehr bedeutsamen Schriftstellers
Antoine de Saint-Exupéry und sein Werk „der kleine Prinz”.
Im nächsten Abschnitt erläutere ich mein gewähltes fotografisches
Mittel – die Polaroidkamera, womit ich zu dem
damit verknüpften sozialen Netzwerk Instagram und der Selfie
Kultur überleite. 

Postkarten für die Bachelorarbeit

Die Bachelor Präsentation am 21.01.2019

Bachelor-Präsentation in der Kunstuniversität; Domgasse; Linz, am 21.01.2019

Publikation / Verschriftlichung der Bachelorarbeit 

Ein ganz großes Danke an Maximilian Modl & the Poetsround @ the Square-table (Daniel, Oni, Harry) & Nina

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